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Die Entwicklung von Motorrollern im
VEB Industriewerke
Ludwigsfelde ( IWL ) begann schon im Jahre 1953
Nach fast 2jähriger Planung und Testphase begann dann am
07.02.1955 die Fertigung des ersten IWL Rollers, den
" Pitty "
Achtung jeweils am Seitenende
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Der Motorroller " Pitty " war als Stadtroller konstruiert. Es
stellte sich jedoch schnell heraus, dass er auch im Gelände eine gute
Figur abgab.
So wurde der Roller von den Sportsfreunden
Horst Aucher, Horst Lange, Horst Heegert, Bernhard Obst,
Klaus Marx, Peter Rosenow und Manfred Blumenthal erfolgreich
bei Gelände -und Leistungsprüfungsfahrten eingesetzt.Diese
Leistungsprüffahrten bildeten den Auftakt zu vielen motorsportlichen
Veranstaltungen ,die mit
Motorrollern durch dieBetriebssportgemeinschaft Motor Ludwigsfelde, Sektion
Motorsport, mit sehr grossen Erfolgen durchgeführt wurden.
Die Produktion des " Pitty " wurde im April 1956
eingestellt. Insgesamt wurden 11.293
" Pitty" produziert.
Bliebe noch der Hinweis auf den eigenwilligen Namen. Der
Leiter der Rollerkonstruktion hatte einen Sohn namens Peter,er rief ihn "
Piff". In Anlehnung entstand " Pitty "
Technische Daten :
Motor: MZ RT 125-1M, 2-Takt-Umkehrspülung,Einzylinder
stehend,Luftgekühlt (Axialdruckgebläse), Hubraum: 123 ccm
Schmierung: Mischungs-Schmierung 1:25,Vergaser: NB20
Flachschieber von BVF,
Verdichtungsverhältniss: 1:6,85 Dauerleistung bei 4000 U/min 4,25 PS ( 3,1 KW
),Kurzleistung bei 5000 1/min 5,00 PS ( 3,7 KW ). Vmax : 65 Km/h
Getriebe : Zahnrad-Getriebe IFA ( Wechselgetriebe ),3- Gang
Fusschaltung, Mehrscheibenkupplung im Ölbad.
Im Mai 1956 startet dann die Produktion des
SR 56 " Wiesel ".
Der Stadtroller SR 56 " Wiesel " hatte gegenüber dem "
Pitty " eine höhere Leistung, eine neue Karosserie, verbesserte
Hinterradfederung, ein geringeres Gewicht, einen grösseren Tank und eine höhere
Geschwindigkeit. Er eroberte schnell
die Srassen der DDR und wurde bis zum 22.April 1959 in insgesamt 57.400
Exemplaren gefertigt .Der Roller " Wiesel " konnte mit einem Kindersitz,
angeordnet vor dem Fahrer und hinter dem Beinschild, nachgerüstet
werden.Ein entsprechendes Typengutachten mit der Nr.294 wurde am 01.12.1958
durch die Kraftfahrzeugtechnische Anstalt Dresden erteilt.
Weiterhin wurde zum Roller " Wiesel " ein Einachsanhänger "
Campi " entwickelt, der mittels einer Kupplung, die an den Stehbolzen der Reserveradbefestigung montiert wurde, an den
Roller angehängt werden konnte. Die Freigabe zum Betrieb des Anhängers nur für
den Roller " Wiesel " und später für den " Berlin " erfolgte mit dem
Typenschein Nr.360 vom 14.01.1960.
Der Roller konnte zu diesem Zwecke mit einer
zusätzlichen Steckdose
für das Rück-Bremslicht des " Campi "nachgerüstet werden.
Des
weiteren wurde noch eine Plexiglas-Windschutzscheibe angeboten.
Selbstverständlich wurde der " Wiesel " auch zu
motorsportlichen Zwecken genutzt und die Werksmannschaften errangen erste
Siege und Platzierungen bei den " Internationalen Ludwigsfelder
Motorrollertreffen " sowie zu vielenRalleys oder Rennen in der
DDR.Am 22.April 1959 wurde die Produktion des " Wiesel " eingestellt.
Bis dato
wurden insgesamt 57.400 Roller "
Wiesel " gebaut.
Technische Daten :
Wie Roller " Pitty ", jedoch Dauerleistung bei 4000 U/1min 4,25 PS ( 3,1 KW ), Kurzleistung bei 5200 U/1min 5,20 PS ( 3,8 KW
Zwischenzeitlich wurde im VEB Motorradwerk Zschopau einer
neuer Motor entwickelt,der in Ludwigsfelde zur Entwicklung der Roller der
3.Generation führte.In der Nacht des 22.April 1959 wurden die Montagebänder
für den neuen Motorroller SR 59 " Berlin " umgerüstet.
Der Roller " Berlin " war äusserlich dem Roller " Wiesel "
sehr ähnlich und doch gab es bedeutende Unterschiede, die vornehmlich in der
Leistungssteigerung bestanden. So hatte der Roller " Berlin " mit dem neuen
MZ-Motor nunmehr eine Leistung von 7,5 PS ( 5,5 KW ) bei 143 ccm Hubraum, womit
er 82 Km/h erreichen konnte. Die Sitzbank war in zwei Einzelsitze geteilt, die
Federung wurde verbessert, der Auspuff war vom Motorrad MZ RT und an der
Vorderhaube konnten Zierstangen angebracht werden. Der Roller " Berlin " war
der Rolle, der im Industriewerk Ludwigsfelde am längsten und insgesamt in der
grössten Serienstückzahl produziert wurde. Insgesamt wurden
113.943 Motorroller vom Typ "
Berlin" vom Mai 1959 bis zum 30.11.1962 produziert
Technische Daten :
Motor MZ ES-150, 2- Takt Umkehrspülung, Einzylinder
stehend,15 Grad nach vorne geneigt, Zweihebel-Flachschieber-Düsennadel-Vergaser
Hersteller BVF N 241-11, Luftgekühlt ( Axialdruckgebläse
),Frischölmischschmierung 1:33,Hubraum 143 ccm, Dauerleistung bei 4000 U/min
6,5 PS ( 4,8 KW ), Höchstleistung bei 5100 U/min 7,5 PS ( 5,5 KW ),V max 85 Km/h.
Der Nachfolger des " Berlin " war eine völlige
Neukonstruktion, die einen Umbau des Montagebandes und vieler Spezialwerkzeuge
erforderte. Deshalb wurden zum Jahresende 1962 alle Anstrengungen
unternommen, um so zeitig wie möglich mit den Umbauarbeiten beginnen zu
können. Natürlich musste der Roller mit Produktionsbeginn einen neuen Namen
bekommen.... Der Name sollte werbekräftig sein und auch Bezug auf Ludwigsfelde
nehmen. Es gingen eine Reihe von Vorschlägen ein, aus denen durch eine
Kommission der Name " Troll 1 "
auserwählt wurde. " Troll 1 " bedeutet : Tourenroller Ludwigsfelde,1.
Entwicklung
Der " Troll 1 " zeichnete sich gegenüber seinem
Vorgänger nicht nur durch ein völlig anderes Erscheinungsbild aus,er hatte
auch eine Reihe wichtiger Verbesserungen aufzuweisen, die zu einer deutlichen
Leistungssteigerung gegenüber dem " Berlin" führten. Der neue Motor aus dem
Motorradwerk Zschopau, der auch in der ES 150 Verwendung fand, brachte eine
Leistung von 9,5 PS bei 5500 U/min und gab dem Roller eine Geschwindigkeit von
88-90 Km/h.Die Motorhaube hatte grosse Seitenklappen, durch die man sehr gut an
alle Teile des Antriebsaggregates herankam. Er hatte asymmetrisches
Abblendlicht und durch hydraulisch gedämpfte Federbeine wurde ein wesentlich
besseres Fahrverhalten erreicht. An den Lenkerenden waren Blinkleuchten
angebracht und er hatte eine Lichthupe .Insgesamt waren ca. 60 Teile des
Rollers baugleich mit den MZ Motorrädern aus Zschopau, somit konnte eine sehr
stabile Kooperationskette aufgebaut werden und die Ersatzteilhaltung wurde
wesentlich vereinfacht. Nach einigen Verbesserungen erteilte das DAMW (
Deutsches Amt für Material und Warenprüfung ) das Gütezeichen 1 für den Roller
" Troll 1 ".
Nach fast 10-jähriger Produktion von
Motorrollern verliess am 24.12.1964 der letzte Roller " Troll 1 " das
Montageband im VEB Industriewerk Ludwigsfelde. Insgesamt wurden
56.513 Roller vom Typ " Troll 1 " gefertigt.
Technische Daten
: Motor MZ RM 150/1 2 - Takt Umkehrspülung,
Einzylinder stehend, Zweihebel-Flachschieber Vergaser Hersteller BVF24KN
1-3,Luftgekühlt ( Axialdruckgebläse ),Frischölmischschmierung 1:33,Hubraum 143
ccm, Dauerleistung bei 5500 U/min 9,5 PS ( 7 KW ) .
Wie populär die Motorroller waren, zeigen
nicht nur die vielen Veranstaltungen in Form der " Internationalen
Rollertreffen " in Ludwigsfelde, sondern auch die zahlreichen
Geschicklichkeitsprüfungen, die für Motorroller in allen Teilen der DDR
durchgeführt wurden. Sie fanden bei der Bevölkerung aber speziell bei der
Jugend, immer grossen Anklang.

Auch mich hat der " Virus Roller " vor 3 Jahren erwischt. Angefangen hat es mit eine " Schwalbe " von Simson. Beeindruckt von der Robustheit und der simplen aber zweckmässigen Technik kam ich zu einem " SR 59 Berlin ".Der wurde komplett auseinander genommen und von der Pike auf neu aufgebaut. Hinzu kam ein " Campi ". Mit diesem imposanten Gespann bist du dann " King of the Road " wo immer dieses Gespann steht versammeln sich Menschentrauben . Mittlerweile habe ich unter anderem 9 IWL Motorroller zerlegt und komplett neu aufgebaut. Darunter waren 1x Pitty, 5 x SR 59 Berlin und 3 x Troll, des weitern 2 Campis. Einen Pitty, einen Troll 1 und drei SR 59 Berlin sind meine Eigenen; Die anderen wurden für Kunden besorgt und Restauriert. Bei einem Sr 59 Berlin habe ich dann meiner Fantasie und meinem schöpferischen Tatendrang freien Lauf gelassen, das Resultat könnt Ihr euch in der Bildergallerie anschauen.
*Quellen Schriftzüge: Dirk Beckmann Logos: www.IWL-Stadtroller.de